Ein Ort, an dem man Wissen und Geschichte atmen kann…

Dieser Beitrag behandelt die Geschichte des Predigerklosters, in dessen früheren Gebäuden das heutige Martin-Luther-Gymnasium untergebracht ist.
Das Kloster entstand ab ca. 1240, als Landgraf Heinrich Raspe IV. zu Ehren seiner 1235 heiliggesprochenen Schwägerin Elisabeth eine Kirche stiftete und Erfurter Dominikanermönchen das angrenzende Areal an der südwestlichen Stadtmauer zur Gründung eines Klosters überließ. Die zweischiffige (Haupt- und Seitenschiff) Kirche befand sich hierbei im Norden des Klosters, das mit seinen weiteren Gebäuden einen quadratischen Innenhof umfasste.
Das Kloster entstand ab ca. 1240, als Landgraf Heinrich Raspe IV. zu Ehren seiner 1235 heiliggesprochenen Schwägerin Elisabeth eine Kirche stiftete und Erfurter Dominikanermönchen das angrenzende Areal an der südwestlichen Stadtmauer zur Gründung eines Klosters überließ. Die zweischiffige (Haupt- und Seitenschiff) Kirche befand sich hierbei im Norden des Klosters, das mit seinen weiteren Gebäuden einen quadratischen Innenhof umfasste.
Auf den beiden Bildern ist jeweils die Ostseite der Anlage am heutigen Predigerplatz zu sehen, die (von links nach rechts) aus dem Aulagebäude, dem Ostflügel, der Allerheiligenkapelle (mit der darüber liegenden ehemaligen Sakristei) und der Klosterkirche besteht. Die genannte Allerheiligenkapelle diente u.a. als Grabstätte des ersten Klosterpriors Elgar von Honstein. Sie besaß einst eine freie Südfassade mit drei gotischen Spitzbogenfenstern, die von einem großen Kleeblattbogen eingerahmt waren. Seit dem Bau des Ostflügels im Jahr 1516 war diese Südwand allerdings verdeckt und wurde erst in den 1990er Jahren beim Einbau eines Treppenhauses wieder entdeckt und freigelegt.
Das Kloster entwickelte sich rasch zu einem kulturell und politisch bedeutsamen Ort der Stadt: nicht nur der Minnesänger Heinrich der Schreiber wurde wahrscheinlich in der Predigerkirche bestattet, sondern angeblich auch das Herz des 1247 verstorbenen Landgrafen und kurzzeitigen deutschen König Heinrich Raspe IV.
Im Zuge des nach seinem Tod ausgebrochenen Thüringisch-Hessischen Erbfolgekriegs trafen sich 1253 Elisabeths Tochter Sophie von Brabant und der Markgraf Heinrich von Meißen in der Predigerkirche, um den Besitz über die Wartburg und Eisenach zu klären. Da Heinrich auf seinen Anspruch beharrte, sprach Sophie ihm die offene Fehde aus und der Krieg wütete noch elf weitere Jahre.
Im Zuge des nach seinem Tod ausgebrochenen Thüringisch-Hessischen Erbfolgekriegs trafen sich 1253 Elisabeths Tochter Sophie von Brabant und der Markgraf Heinrich von Meißen in der Predigerkirche, um den Besitz über die Wartburg und Eisenach zu klären. Da Heinrich auf seinen Anspruch beharrte, sprach Sophie ihm die offene Fehde aus und der Krieg wütete noch elf weitere Jahre.
Auch waren die Dominikanermönche für ihren Bildungseinsatz bekannt, sodass wohlhabende Bürger ihre Söhne auch von weit her in das Eisenacher Predigerkloster schickten, um diese von den hiesigen Mönchen unterrichten zu lassen. Im Zuge der Reformation wurden 1525 die Dominikaner aus ihrem Kloster vertrieben, in das 1544 die schon 1189 gegründete Lateinschule zu St. Georgen einzog, an der einst Martin Luther, später auch Johann Sebastian Bach Schüler waren. 1840 wurde sie in Carl-Friedrich-Gymnasium umbenannt.
In den Jahren 1877/78 erhielt dieses Gymnasium den Aula-Anbau, der auf den Bildern links zu sehen ist. Nachdem das Gymnasium zu DDR-Zeiten zur Oberschule herabgestuft und 1956 ganz aufgelöst wurde, bildete man in den Gebäuden unter dem Namen Institut für Lehrerbildung „Käte Duncker“ bis 1991 neue Lehrer und Lehrerinnen aus. Seit 1994 knüpft das damals neugegründete Martin-Luther-Gymnasium hier an die jahrhundertealte Tradition als Ort der Bildung an.
In den Jahren 1877/78 erhielt dieses Gymnasium den Aula-Anbau, der auf den Bildern links zu sehen ist. Nachdem das Gymnasium zu DDR-Zeiten zur Oberschule herabgestuft und 1956 ganz aufgelöst wurde, bildete man in den Gebäuden unter dem Namen Institut für Lehrerbildung „Käte Duncker“ bis 1991 neue Lehrer und Lehrerinnen aus. Seit 1994 knüpft das damals neugegründete Martin-Luther-Gymnasium hier an die jahrhundertealte Tradition als Ort der Bildung an.
Ab 1889 befand sich im Ostflügel und der Kirche außerdem die vom Großherzog neugegründete Carl-Alexander-Bibliothek, die ältere Bibliotheken in sich vereinte und leider 1967 aufgelöst wurde, wodurch ein Großteil ihrer wertvollen Sammlung weit verstreut wurde. 1899 wurde im Ostflügel des ehem. Klosters außerdem das Thüringer Museum eröffnet, welches ab 1902 auch die Krypta der Predigerkirche nutzte und mit seinen vier Standorten (Predigerkirche, Stadtschloss, Teehaus und Reutervilla) bis heute eine Eisenacher Institution für Bildung und Kultur darstellt.
Bilder:
Früher:
Sammlung Alexander Lambrecht
Ansichtskarte
ca. 1900
Heute:
Alexander Lambrecht
Fotografie
30. Oktober 2023