Ein Fremdenheim im Mehrfamilienhaus…

Für diesen Vergleich geht es in die Villenviertel im Süden der Stadt, genauer gesagt in die Kolonie Marienhöhe. Dort steht in der Philipp-Kühner-Straße unweit des Prinzenteichs diese Villa, die sich im Laufe der Jahrzehnte äußerlich nur geringfügig verändert hat.
Die Philipp-Kühner-Straße entstand ab 1866 als damals noch namenlose Zufahrt zur Werkstatt des Zimmermeisters Adam Voigt (heute Philipp-Kühner-Straße 17). Dieser wohnte im benachbarten Haus Mariental 19, das am Prinzenteich ebenfalls noch erhalten ist. Die so entstandene Zufahrt wurde in den 1870er Jahren für den Bau weiterer Wohnhäuser erweitert und 1887 durch einen Fußweg zum Kartausgarten bis zur Kurstraße verlängert. Ab 1890 taucht dieser Weg als Prinzenweg in den Eisenacher Adressbüchern auf, benannt nach dem nahegelegenen Teich bzw. den Söhnen der Herzogin von Orléans, die einige Jahrzehnte zuvor in Eisenach lebte.
Bis etwa 1905 wurde der Prinzenweg zur befestigten Straße ausgebaut. 1930 erfolgte die Umbenennung in Philipp-Kühner-Straße – zu Ehren des 1922 verstorbenen Verlegers, Direktors des Reuter-Wagner-Museums, Stadt- und späteren Staatsratsmitglieds Philipp Kühner. 1937 wurde die Straße erneut in Prinzenweg und 1945 wieder in Philipp-Kühner-Straße zurückbenannt.
Bis etwa 1905 wurde der Prinzenweg zur befestigten Straße ausgebaut. 1930 erfolgte die Umbenennung in Philipp-Kühner-Straße – zu Ehren des 1922 verstorbenen Verlegers, Direktors des Reuter-Wagner-Museums, Stadt- und späteren Staatsratsmitglieds Philipp Kühner. 1937 wurde die Straße erneut in Prinzenweg und 1945 wieder in Philipp-Kühner-Straße zurückbenannt.
Das dargestellte Haus trägt die Hausnummer 9 und wurde 1904 als Mehrfamilienhaus durch den Architekten Gustav Stein errichtet, der u.a. auch gegenüber die Gebäude des späteren Wartburg-Sanatorums (später Medizinische Fachschule) errichtete.
Zu den ersten Bewohnern zählte der Privatier Ernst Hünicke, dem das Haus auch gehörte und der es nach seinem Tod 1922/23 seiner Witwe Berta hinterließ. Diese eröffnete dort etwa 1935/36 gemeinsam mit ihrem Sohn Hans Hünicke das Fremdenheim Haus Hünicke, dessen Werbetafel auf dem Foto des Hauses deutlich zu sehen ist. Die Ansicht dürfte aus den späten 1940er oder den 1950er Jahren stammen.
Bis wann genau die Pension bestand, konnte ich nicht ermitteln. 1970 tauchte sie noch mit insgesamt dreißig Betten im Hotelführer der DDR auf und wurde da auch noch von Hans Hünicke geleitet. Seine Mutter Berta starb Mitte oder Ende der 1940er Jahre.
Bis wann genau die Pension bestand, konnte ich nicht ermitteln. 1970 tauchte sie noch mit insgesamt dreißig Betten im Hotelführer der DDR auf und wurde da auch noch von Hans Hünicke geleitet. Seine Mutter Berta starb Mitte oder Ende der 1940er Jahre.
Bilder:
Früher:
Sammlung Alexander Lambrecht
Ansichtskarte
ca. 1950
Heute:
Alexander Lambrecht
Fotografie
16. Juni 2024