Wenn nur eine Lücke bleibt…

Abgelichtet wurde auf diesen beiden Bildern jeweils die Westseite der Löberstraße, einmal im Oktober 2021 und einmal im Jahre 1933.
Dort, wo sich heute eine von mehreren Baulücken der Löberstraße befindet, stand einst das Gebäude mit der Hausnummer 6, das zumindest 1889 im Besitz eines gewissen Albert Fiesinger war. Denn in diesem Jahr ließ er das linke Nachbargebäude (Löberstraße 8) durch den Architekten Wilhelm Creutzburg errichten, der auch in der Südstadt zahlreiche Villen hinterließ.
Familie Fiesinger tauchte erstmals im Jahre 1848 in Eisenacher Adressbüchern auf. Seinerzeit lebten ein gewisser Hermann und Heinrich Fiesinger (beide Lohgerber) in der damals noch sog. Löbersgasse. Das ist auch nicht verwunderlich, bezeichnet doch der Begriff Löber den Beruf der Lohgerber, die in diesem Bereich schon seit dem Mittelalter Lederwaren herstellten. Familie Fiesinger etablierte sich scheinbar gut in ihrem Geschäft, brachte mehrere Generationen von Gerbern hervor und besaß spätere eine ganze Reihe von Grundstücken in der Löberstraße.
Familie Fiesinger tauchte erstmals im Jahre 1848 in Eisenacher Adressbüchern auf. Seinerzeit lebten ein gewisser Hermann und Heinrich Fiesinger (beide Lohgerber) in der damals noch sog. Löbersgasse. Das ist auch nicht verwunderlich, bezeichnet doch der Begriff Löber den Beruf der Lohgerber, die in diesem Bereich schon seit dem Mittelalter Lederwaren herstellten. Familie Fiesinger etablierte sich scheinbar gut in ihrem Geschäft, brachte mehrere Generationen von Gerbern hervor und besaß spätere eine ganze Reihe von Grundstücken in der Löberstraße.
Zum Zeitpunkt der Aufnahme im Jahr 1933 waren beide Grundstücke (Nr. 6 und 8 ) jedoch schon im Besitz der Familie Reichwein, deren Spross Friedrich Reichwein vor Ort (laut Adressbuch) eine ‚Mineralwasserfabrik‘ betrieb. Wie man der Aufschrift der Fassade entnehmen kann, vertrieb Reichwein das sog. Karolinen-Sprudel (erstklassiges Tafelwasser) und Diverse andere Mineralwasser. Auch im Adressbuch von 1950 tauchte er unter dieser Adresse noch auf. Bis wann es die Mineralwasserhandlung Reichwein gab, fand ich leider nicht heraus.
Und auch wann das kleine Gebäude verschwand, das im Kern mit Sicherheit noch mittelalterlich war und gut zeigte, wie die Architektur dieses Stadtviertels einst aussah, kann ich leider nicht genau sagen. Bis heute klafft jedoch die Lücke, die es hinterließ. Und als letzte Spur blieb nur die Dachkontur an der Seitenwand der 1876 erbauten Löbergasse 4.
Bilder:
Früher:
Sammlung Bernd Bierschenk
Fotografie
1933
Heute:
Alexander Lambrecht
Fotografie
17. Oktober 2021