Eisenachs drittes Kurhotel lockt heute mit vier Sternen…

Vielen ist es bekannt, dass Eisenach einst eine Kurstadt war. Diesen Titel gab sich die Stadt zwischen seit der Gründung der Kurbad-Eisenach-Gesellschaft m.b.H. im Jahr 1905 bis zur ihrer Auflösung im März 1938. Doch die Idee, in der Stadt einen Kurbetrieb zu etablieren, reichte schon Jahrzehnte weiter zurück. Eisenach war schon zu Goethes Zeit für seine „überherrliche“ Gegend und gute Luft bekannt. Die Entwicklung der Wartburg zum Touristenmagnet tat in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ihr Übriges.
1888 wurde schließlich auf dem Hainstein eine erste Kuranstalt für Therapien gegen „nervöse Leiden“ eröffnet – das heutige Hotel Haus Hainstein. Wenige Jahre später wurde 1896 die Naturheilanstalt-Johannisbad (später Wartburg-Sanatorium) an der heutigen Philipp-Kühner-Straße eröffnet.
Der Hotelneubau im Fachwerkstil besaß in den Obergeschossen gemütliche Zimmer und im massiven Erdgeschoss neben seinem Speisesaal auch eine eigene Kegelbahn im Jugendstil. Noch heute schmückt das Hotel mit seinem spitzen Türmchen die Kreuzung von Grimmelgasse, Johann-Sebastian-Bach-Straße der Wartburgallee (der damaligen Karthäuserstraße).
Aber schon im Folgejahr 1951 zog in das Gebäude das Christliche Hospiz Glockenhof ein (der Begriff Hospiz wurde häufig auch für kirchliche Herbergen verwendet), welches schon seit 1904 am Karlsplatz 10 existierte. Auch als 1985 die ältere Aufnahme entstand, wurde das Haus noch als Christliches Hospiz betrieben, das aber in seinem Gastraum auch Eisenacher und Eisenacherinnen bewirtete. Bekannt ist unter älteren Eisenachern oft noch die Wirtin Trudchen.
Bilder:
Früher:
Sammlung Alexander Lambrecht
Ansichtskarte
1985
Heute:
Alexander Lambrecht
Fotografie
16. Juni 2024