Hedwig und Eduard

Hedwig Dora Hattenhauer
(* 2. Januar 1907, Bissingen/Enz)

Eduard Pendrucki
(* 13. Juli 1906, Niemce)

Hedwig Dora Hattenhauer wurde am 2. Januar 1907 in Bissingen/Enz als Tochter von Franz und Auguste Lucke geboren. Die Familie zog um 1912 nach Eisenach.
1929 heiratete sie Friedrich Hattenhauer, mit dem Hedwig zwei Kinder bekam. Die Ehe wurde jedoch schon 1931 wieder geschieden.
Eduard Pendrucki kam am 13. Juli 1906 in Niemce (Distrikt Lublin) zur Welt und war gelernter Maschinist und Zimmermann. Wann er seinen Weg nach Eisenach fand, ist nicht mehr nachzuvollziehen, aber er arbeitete hier auf der Wartburg als sogenannter „Hausbursche“.
 
Es ist ebenfalls nicht mehr bekannt, wann und wo sich Hedwig Hattenhauer und Eduard Pendrucki kennengelernt haben. Sie wurden jedenfalls ein Paar – ein Dorn im Auge des rassistischen, nationalsozialistischen Regimes, das seit 1933 an der Macht war:
 
Das Paar wurde gemeinsam am 15. November 1940 öffentlich angeprangert. Hedwig wurde der Kopf geschoren und beide wurden Rücken an Rücken an einen Pfahl gefesselt. Über Hedwig stand auf einem Schild „Ich habe mich mit einem Polen eingelassen“ geschrieben; über Eduards Kopf prangte „Ich bin ein Rasseschänder“.
 
In der Folge wurde Eduard wegen „Verkehr mit deutschem Mädchen“ im KZ Buchenwald interniert, von wo aus er erst ins KZ Mauthausen und später ins KZ Gusen verlegt wurde, wo er am 3. September 1942 an einer Lungenentzündung gestorben sein soll.
Hedwig hingegen wurde in die Landesheilanstalt Hildburghausen eingewiesen, im Anschluss war sie 1941/42 im KZ Ravensbrück inhaftiert. Nach ihrer Freilassung heiratete sie in Eisenach erneut und trug fortan den Nachnamen Schmerbach. Hedwig Dora Schmerbach starb 1968 in Eisenach – ohne, dass man sie je rehabilitiert hätte.
 
Die Stolpersteine für Hedwig Hattenhauer und Eduard Pendrucki befinden sich auf dem Eisenacher Markt an der Stelle, an der sie einst angeprangert worden waren.

Recherche:
F. Rothe

Text:
F. Rothe
A. Lambrecht

Bilder:
F. Rothe
Stadtarchiv Eisenach