Robert Stern
(* 22. Juli 1882, Geisa)
Elly Stern
(* 20. Januar 1899, Chemnitz)
geb. Grossmann
Herbert Stern
(* 9. Juni 1920, Eisenach)
Hannelore Stern
(* 21. März 1925, Eisenach)
Als Kind von Salomon und Frieda Stern wurde Robert Stern 1883 in Geisa geboren, studierte nach seinem Schulabschluss Jura und arbeitete nach seinem Referendariat ab 1912 als Anwalt in der Eisenacher Karlstraße 48/50.
Elly Grossmann wurde 1899 in Chemnitz geboren. Ihre Eltern waren Julius und Hulda Grossmann, die neben Elly noch drei weitere Kinder hatten. Nach der Schule und ihrer Ausbildung lernte sie Robert Stern kennen, den sie 1919 in Meiningen heiratete und mit dem sie anschließend in Eisenach lebte.
Im Juni 1920 kam das erste gemeinsame Kind Herbert zur Welt, im März 1925 folgte Johanna Leonore, genannt „Hannelore“. Gemeinsam wohnte die Familie in der Eisenacher Südstadt Am Ofenstein 3.
Ab 1922 führte Robert Stern gemeinsam mit Theobald Speyer eine Anwaltskanzlei im Haus Markt 5 mit Zulassungen als Anwalt am Land- und Amtsgericht Eisenach. Nach dem Novemberprogrom 1938 wurde jüdischen Anwälten jedoch ein Berufsverbot auferlegt, womit der Familie Stern die Lebensgrundlage entzogen wurde.
Sohn Herbert konnte 1938 mit einem Kindertransport nach England in Sicherheit gebracht werden. Hannelore wurde zunächst zu einem Onkel nach Paris gebracht. Nach der deutschen Besatzung Frankreichs wurde sie dort aufgegriffen, dann in Drancy interniert, nach Auschwitz deportiert und dort schließlich umgebracht.
Auch Robert und Elly Stern gelang es nicht, sich zu retten. Nachdem sie Anfang 1942 gezwungen wurden, ihr Haus zu verkaufen, wurden sie gemeinsam mit vielen anderen Juden und Jüdinnen der Stadt am 9. Mai 1942 ins Ghetto Belzyce deportiert und dort ermordet.
Recherche:
F. Rothe
Text:
F. Rothe
A. Lambrecht
Bilder:
F. Rothe




