Karl Ochs
(* 23. Februar 1877, Eisenach)
Mathilde Ochs
(* 16. Dezember 1875, Egloffstein)
geb. Kohnfelder
Margarete Ochs
(* 27. Februar 1904, Eisenach)
Fritz Ochs
(* 14. April 1914, Eisenach)
Um 1900 lernte sie Karl Ochs kennen, zog zu ihm in die Stolzestraße 5 und heiratete ihn am 11. März 1902. Schon im Folgejahr kam ihr erstes Kind Reni zur Welt. Ihr folgten 1904 Margarete, 1906 Elisabeth, 1911 Kurt, 1912 Marie Miriam, 1914 Fritz und zuletzt 1916 Paul Hans.
Durch den erfolgreichen Viehhandel konnte Karl Ochs gut für den Unterhalt der Familie sorgen.
Über Margartes Leben ist nicht viel überliefert. Nach ihrem Schulabschluss dürfte sie eine Ausbildung absolviert haben, hat um 1925 zwischenzeitig in Leipzig gelebt, kehrte später aber wieder zu ihren Eltern zurück.
Fritz hingegen zog es nach seinem Schulabschluss zum Studium in die Hansestadt Hamburg, wo er im Stadtteil Rotherbaum lebte. Nachdem Juden allerdings der Besuch einer Universität untersagt wurde, musste sich Fritz anderweitig durchschlagen.
Mit dem wachsenden Judenhass in der Bevölkerung erkannte auch Familie Ochs die Lage und versuchte sich in Sicherheit zu bringen. Drei Kindern gelang die Auswanderung: Kurt ging nach New York, Elisabeth nach Enland und Paul Hans nach Argentinien.
Karl Ochs wurde 1939 kurzzeitig im KZ Buchenwald interniert, dann aber wieder freigelassen. Auch Sohn Fritz wurde im September 1939 ins KZ Sachsenhausen gebracht – er sah seine Heimat nie wieder.
Am 10. Mai 1942 wurde Magarete von Eisenach aus ins Ghetto Belzyce deportiert und dort noch im selben Jahr ermordet.
Karl und Mathilde Ochs wurden am 19. September 1942 aus Eisenach deportiert und kamen nach Theresienstadt, wo am 11. Februar 1943 zuerst Karl und am 7. Mai 1943 auch Mathilde ermordet wurde.
Sohn Fritz Ochs, seit 1939 in Sachsenhausen interniert, wurde 1940 ins KZ Dachau und 1941 nach Buchenwald verlegt. Von dort aus folgte 1942 die Deportations ins Vernichtungslager Auschwitz. Im Jahr 1945, kurz vor Kriegsende, wurde Fritz auf einem der sog. Todesmärsche wieder zurück nach Buchenwald verlegt. Lange ging man davon aus, er sei dort schließlich ermordet worden – daher auch die fehlerhafte Beschriftung seines Stolpersteins.
Tatsächlich befand sich Fritz Ochs nach der Befreiung Buchenwalds für einige Monate in Saatz (ČSSR), danach im österreichischen Linz und schließlich in München. Doch er wollte nicht länger in dem Land bleiben, das seine Familie auf dem Gewissen hatte. 1949 beantragte er die Ausreise in die USA, wo er bis zu seinem Tode lebte.
Recherche:
F. Rothe
Text:
F. Rothe
A. Lambrecht
Bilder:
F. Rothe




