Familie Ludwig Spangenthal

Ludwig Spangenthal
(* 22. Februar 1894, Spangenberg)

Elfriede Spangenthal
(* 9. April 1906, Suhl)
geb. Brylewski

Hans-Günther Spangenthal
(* 9. Januar 1930, Eisenach)

Ernst-Jochen Spangenthal
(* 27. Juni 1935, Eisenach)

Ludwig Spangenthal wurde im Februar 1894 als Sohn von Ruben und Bertha Spangenthal im hessischen Spangenberg geboren. Die beiden hatten neben ihm noch den älteren Sohn Berthold Spangenthal. Die beiden Brüder verbrachten ihre Kindheit und Jugend in ihrem Geburtstort.

Nach dem Ersten Weltkrieg zog Ludwig mit seinem Bruder Berthold nach Eisenach, wo beide eine Spazierstockfabrik in der Goldschmiedenstraße eröffneten.
Zu dieser Zeit lernte Ludwig auch die 1906 als Tochter von Aron und Emma Brylewski in Suhl geborene Elfriede Brylewski kennen. Die beiden heirateten 1927 und lebten seitdem zusammen in der Bahnhofstraße 23. Dort kam 1928 ihr erstes gemeinsames Kind, Töchterchen Eva-Marianne zur Welt. Leider wurde sie jedoch nur knapp zehn Monate alt und starb bereits an 25. März 1929.

Anfang Januar 1930 folgten mit Hans-Günther der erste bzw. im Juni 1935 mit Ernst-Jochen der zweite Sohn (auf dem Stolperstein ist fälschlicherweise 1930 als Geburtsjahr angegeben). Beide Brüder wuchsen von frühester Kindheit an mit der gesellschaftlichen Ausgrenzung von Jüdinnen und Juden auf.

Den Lebensunterhalt verdiente Vater Ludwig Spangenthal mit der Spazierstockfabrik, die er mit seinem Bruder führte, die er aber 1939 auf Druck der Nazis aufgeben musste.
Am 27. November 1941 wurde er wegen Schwarzhandel verhaftet und im KZ Buchenwald interniert. Er sah seine Familie nie wieder. Im März 1942 nach Sachsenhausen verlegt, wurde er dort am 24. Oktober 1942 ermordet.

Knapp ein halbes Jahr zuvor wurden seine Frau und die beiden Söhne am 9. Mai 1942 aus Eisenach nach Belzyce deportiert. Über das Schicksal der Kinder ist nichts weiter bekannt. Vermutlich starben sie mit 12 bzw. 7 Jahren.

Die Stolpersteine der Familie Spangenthal befinden sich in der Bahnhofstraße 23.

Recherche:
F. Rothe

Text:
F. Rothe
A. Lambrecht

Bilder:
F. Rothe