Elisabethenruhe

Hier wird schon immer unter dem Namen einer Heiligen residiert…

Am Beginn des Marientals, nur wenige Meter vom Prinzenteich entfernt, befindet sich oberhalb des Beginns der Wichmannpromenade heute ein Neubau eines Pflegeheimes.

Anstelle des Pflegeheims befand sich bis vor einigen Jahren jedoch noch ein großes Fachwerkgebäude, welches einst als Hôtel garni „Elisabethenruhe“ bekannt war. Am Eingang zum kleinen Tal Der Armen Ruhe eröffnete Heinrich Schlosser im Jahre 1864 eines der ersten großen Hotels der Stadt Eisenach. Da das Mariental in diesem Gebiet zu dieser noch kaum bebaut war, lag das Hotel in idyllischer Ruhe. In den folgenden Jahren entwickelte es sich zu einem beliebten Etablissement, in dem auch Persönlichkeiten wie der Dichter Fritz Reuter eine Zeitlang ein- und ausgingen.
Das Hotel bestand aus mehreren Gebäuden, die in Fachwerkbauweise ausgeführt waren, und mit weit auskragenden Dächern, zahlreichen Balkonen bzw. Veranden und allerlei Verzierungen wie gemütliche Alm- oder Landhäuser wirkten. Verbunden waren die Häuser mit einem glasüberdachten Weg, um den herum sich ein vielfältig nutzbarer Hof befand.
Im hinteren Bereich des Grundstücks schuf man Ende des 19. Jahrhunderts in einer Felswand die kleine Elisabeth-Grotte, auch bekannt als Armenruhe, und proklamierte sie als den Ort, an dem das legendäre Rosenwunder der Heiligen Elisabeth stattgefunden haben soll. In der vergitterten Felsnische befindet sich noch heute ein Wandrelief mit der Darstellung des Wunders.
Offenbar erhoffte man sich dadurch eine Prestigesteigerung für das Hotel. Dass diese Stelle aber nicht einmal ansatzweise auf dem Weg zwischen Eisenach und der Wartburg lag, sollte man dabei besser außer Acht lassen.

Die Gebäude wurden noch bis in die DDR-Zeit hinein als Hotel bewirtschaftet, wenngleich sie über die Jahre viel von ihrem ursprünglichem Charme verloren hatten. Zuletzt dienten sie für die Caritas als Altenpflegeheim Elisabethenruhe. Unter dieser Funktion wurden zunächst 2001 die hinteren Gebäude abgerissen und an ihrer Stelle bis 2003 ein modernes Wohnheim errichtet. Das prägende Gebäude oberhalb des Prinzenteichs wurde nach langer Diskussion schließlich 2011/12 ebenfalls abgerissen und bis 2013 durch den heutigen Neubau ersetzt, der in Größe und Kubatur zwar grob dem Vorgänger entspringt, jedoch deutlich zweckmäßiger gestaltet ist.

Bilder:

Früher:
Sammlung Alexander Lambrecht
Ansichtskarte
gelaufen 1921

Heute:
Alexander Lambrecht
Fotografie
28. Dezember 2019