Clementine Appel
( * 14. Mai 1886, Aub)
geb. Mannheimer
Horst-Joachim Appel
( * 1. November 1918, Eisenach)
Clementine „Tina“ Mannheimer stammte aus dem fränkischen Aub und wurde dort 1886 als Tochter von Salomon un Johanna Mannheimer geboren. Sie hatte zwei Brüder und eine Schwester und lernte bereits in jungen Jahren den aus dem hessischen Mansbach stammenden Karl Appel kennen.
Im Jahr 1910 heirateten die beiden und siedelten nach Eisenach über, wo im November 1911 ihr erster Sohn Julius geboren wurde, der aber schon wenige Monate später wieder verstarb. Im August 1912 kam Sohn Herbert, später auch Tochter Gerta und 1918 schließlich Horst-Joachim auf die Welt.
Gemeinsam lebte die Familie in der Georgenstraße 3, wo Clementine Appel allein mit den Kindern zurecktkommen musste, nachdem 1926 ihr Vater und 1928 auch ihr Ehemann Karl Appel starben.
Mit den immer härteren Repressalien gegen Jüdinnen und Juden, wuchs der Gedanke zur Flucht. Dem ältesten Sohn Herbert gelang 1936 die Ausreise über Antwerpen in die USA, bald darauf floh auch Tochter Gerta nach Israel, während Clementine und Sohn Horst-Joachim zunächst nach Nürnberg flohen.
Ihr gemeinsamer Weg trennte sich als Horst-Joachim nach der Reichspogromnacht 1938 für einen Monat im KZ Dachau interniert war. Er zog danach nach Frankfurt am Main, von wo aus er am 20. Oktober 1941 deportiert wurde. Sein Deportationszug fuhr dabei auch durch seine Heimatstadt Eisenach. Im polnischen Lodz verliert sich Horst-Joachims Spur…
Seine Mutter Clementine „Tina“ Appel wurde zunächst ins Ghetto Litzmannstadt deportiert und danach ins Ghetto Izbica, wo sie am 24. März 1942 ermordet wurde.
Recherche:
F. Rothe
Text:
F. Rothe
A. Lambrecht
Bilder:
F. Rothe


