Ein deutschlandweit einzigartiges Monument…

Niemand hat grössere Liebe denn die, dass er sein Leben lässt für seine Brüder.
Auf dem Sockel aufstehend befindet sich ein Pfeiler, der von einer lebensgroßen und ursprünglich vergoldeten Figur des Äskulap (griech. Gott der Heilkunde) bekrönt wird. Einst befand sich an diesem Pfeiler folgende Aufschrift des römischen Dichters Horaz:
DULCE ET DECORUM EST PRO PATRIA MORI
(dt.: Süß und ehrenvoll ist es, für das Vaterland zu sterben.)
Auf der historischen Ansicht von ca. 1937 ist diese bronzene Aufschrift noch zu sehen. Nach dem Krieg stellte aber eben dieser Spruch für den Stadtrat einen Anlass dar, das im Krieg ohnehin beschädigte Denkmal 1950/51 abreißen zu lassen. Nach Protesten des Präsidiums des Deutschen Ärztetages in Bonn, wurde der Abriss jedoch von der Regierung der DDR unterbunden und nur die Aufschrift entfernt. So blieb das Denkmal zwar erhalten, wurde in den kommenden Jahrzehnten aber auch nicht mehr gepflegt und befand sich zur Wendezeit in einem verwahrlosten Zustand.
Bei den dann folgenden Restaurierungsarbeiten gab es sogar eine kleine Sensation: im Inneren des Sockels fand man eine äußerst gut erhaltene Schatulle aus Zinkblech, in der sich ein ca. 60 Seiten umfassendes Pergament mit den Namen aller 1914-18 gefallenen oder an den Kriegsfolgen verstorben deutschen Ärzte befand.
Diese Liste wurde auch im Zuge der Restaurierung gemeinsam mit einigen neuen Zeitdokumenten in einer neuen Schatulle wieder im Denkmal einmauert.
Im Mai 1997 konnte das restaurierte Ärztedenkmal pünktlich zum 100. Deutschen Ärztetag in Eisenach der Öffentlichkeit übergeben werden. Bislang nur an die gefallenen Ärzte des Ersten Weltkriegs erinnernd, wurde das Denkmal bei diesem Anlass auch um eine Glastafel ergänzt, auf der es fortan hieß:
Die Deutsche Ärzteschaft widmet dieses Denkmal allen Ärztinnen und Ärzten, die in Ausübung ihres Berufes Opfer von Krieg, Terror und Gewaltherrschaft wurden.
Bilder:
Früher:
Sammlung Alexander Lambrecht
Ansichtskarte
gelaufen 1937
Heute:
Alexander Lambrecht
Fotografie
17. Mai 2023